Vom geliebten Fußball und dem noch viel geliebteren Steuergeld

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Dieser Kommentar behandelt die aktuell öffentlich, diskutierte Frage wer für die Einsatzkosten bei Polizeieinsätzen bei Fußballspielen in den deutschen Profiligen aufkommt. Er behandelt nicht die grundsätzlich überspitzte Berichterstattung und teilweise Manipulation zur Hervorhebung der Gewaltbereitschaft einiger Trottel, die sich in den Stadien bisher nicht abschaffen ließen.

Wer soll das alles bezahlen? Angefangen bei völlig harmlosen Begegnungen bis hin zu so genannten Risikospielen sind manchmal bis zu Hundertschaften der Polizei bei Fußballspielen im Einsatz. Bremen machte den Anfang, als es zur Debatte stellte, ob nicht etwa die DFL selbst das prall gefüllte Portokässchen für derarte Kosten öffnen sollte. Richtig, es war der Anpfiff zu einer öffentlichen Diskussion. Nicht mehr. Keine palarmentarische Beratung, keine Entscheidung. Lediglich ein “wieso nicht mal so?”. Ich lasse hier auch mal die Bockigkeit des DFB (Neuvergabe des Länderspiels gegen Gibraltar) und seiner Seilschaften mit der DFL außer Acht. Die momentane Phase beinhaltet nun die Information über ohnehin hohe Kosten für die Stadionordner. Einfach jämmerlich. In NRW ist man schon einen Schritt weiter und probiert pilothaft derzeit, ob es mit weniger Polizisten im Einsatz funktioniert, gerade auch um Kosten zu sparen.

Ja, es ist schwer vermittelbar, dass der so genannte Steuerzahler dafür weiterhin aufkommen soll. Auch ich, als Fußballfan, kann im ersten Moment nur poltern, dass man das nicht denjenigen zumuten kann, die mit diesem ganzen Theater gar nichts zu tun haben (wollen). Ein richtiges Anstandsgefühl wächst da heran. Noch jämmerlicher.

Überlegungen, die Deckung der Kosten neu zu ordnen sind nicht falsch. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie folglich richtig sind. Der Gedanke “Ihr wollt in einer Liga gegeneinander antreten, als zahlt auch dafür” egal, ob in der Politik oder Gesellschaft verortet ist in seiner Konsequenz falsch zu Ende gedacht. Auf die Gefahr hin, dass man gleich entgegnen könnte, dass die da verdammt viel einnehmen. Die zahlen auch schon einiges dafür. Das Verursacherprinzip greift weiter, als vielen lieb und teuer ist. Ganz grundsätzlich prügeln sich nicht die Vereine, Trainer, Spieler, Ordner und sonst wer, sondern ganz normale Vollidioten wie Du und Ich.

Ob wir wollen oder nicht, auch die sind ein Teil der Gesellschaft und bekanntlich sitzt man im selben Boot. Daher ist die Verantwortung bei den Fußballfans, die sich noch als sportinteressiert und friedfertig definieren können. Und bei denen, die sich und ihr Steuergeld am liebsten raushalten würden. Egal ob Kampagnen, Initiativen oder einfach das Gespräch suchend. Davon ist leider zu wenig bis gar nicht zu sehen.